2069 Eden - Maria Fabricius

Eden

Maria Fabricius

2069

Wissenschaftler*innen weisen bereits seit vielen Jahren auf den durch die fortschreitende Zerstörung der Umwelt bedingten Untergang des natürlichen Lebens auf der Erde hin und in diesem Zusammenhang auch auf das mögliche Ende der Menschheit. Wachsende Wüsten, sterbende Riffe, schmelzende Polkappen sind Beispiele für die Folgen dieser Zerstörung. Es scheint unaufhaltsam und doch ist dies noch nicht in das direkte Bewusstsein der Bevölkerung Mitteleuropas eingedrungen. Noch zu weit weg, zu abstrakt, zu komplex, zu wenig nachfühlbar, erscheint die Bedrohung. Den Wissenschaftlern*innen zufolge wird sich dies in den kommenden Generationen ändern. Die Folgen der Klimaerwärmung werden auch hier weiter zunehmen: Orkane, Trockenheitsperioden, Schädlingsbefälle, um nur einige Beispiele zu nennen. Für den Thüringer Wald, von dem auch Zella-Mehlis umgeben ist, bedeutet das, dass die großflächigen, bereits vor hunderten Jahren aus wirtschaftlichen Gründen angelegten Monokulturen aus Fichten nicht überleben können. Was nötig ist, ist ein bereits begonnener Rückbau in einen für diese Gegend typischen Mischwald, mit heimischen Sorten, die den zunehmenden Ansprüchen der Zukunft gewachsen sind. Hiervon profitieren kann erst die nächste Generation. Und hier beginnt Eden. Eden ist ein Begriff des Alten Testaments und beschreibt einen Ort, an dem Flora, Fauna und Menschen im Einklang miteinander leben. Der Pokal ist eine Ehrung einer Person oder Gruppe von Personen, die sich uneigennützig und ohne die Absicht, Gewinne zu erzielen, um den Erhalt ihrer direkten Umwelt bemüht. Die dort anfängt, wo es ihr möglich ist, selbst wenn es aussichtslos erscheint.

Der Pokal selbst ist hierfür Hilfe und Erweiterung. Er ist eine Urne aus ungebranntem, natürlich abbaubarem Ton, die zunächst an Tod und Untergang erinnert. In ihrem Inneren aber befinden sich Samen heimischer Baum- und Straucharten, die potenziell den wachsenden Ansprüchen des Klimas standhalten können. Sie sind Grundstock oder Erweiterung eines kleinen Waldstücks Eden – eines Mischwaldbiotops, das zum Erhalt und Schutz der Artenvielfalt gedacht ist. Damit die Samen überleben, dient ihnen der Pokal als Abschirmung vor Sonneneinstrahlung während der Lagerung und zum Zeitpunkt der Pflanzung als Gefäß und Nährstoffquelle des ersten jungen Baums.

Inhalt des ungebrannten Tongefäßes (gedreht von Anke Zapf): Samen (Steineiche, Rotbuche, Hainbuche, Feldahorn, Wildbirne und -apfel)

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