2075 Finderling-Pokal - Laura Wiemers

Finderling-Pokal

Laura Wiemers

2075

Vom Stadtthron wehen seit Anbeginn kontinuierlich feinste Partikel der frühen Hochkultur in den Kessel. Aber nun ist eine stoffliche Ballung geborgen worden. Dem Bodendenkmal entnommen, wird der erste archäologische Fund vom Ruppberg durch Zella-Mehliser Gassen getragen und verschwindet sogleich wieder in heimeligen Wänden. Unbemerkt gar, doch man weiß nun mehr. Oben ändert sich wieder etwas. Eine Entdeckung ist geschehen. Seit jeher, seit einmal auf dieser 688 Meter hohen Insel Menschen lebten, wird etwas verstäubt. Getragen werden diese feinen Partikel in das Becken, das wir heute mit Zella-Mehlis bebaut wissen. Oben war damals ein wichtiger Punkt. Ein Kanal ging von hier zum Dörnberg bei Zierenberg gen Nordwest. Betrachtet man das Gestein und die Luft, ist klar, warum. Im Rücken der Auffangkessel – Zella-Mehlis. Die Zirkulation ist geblieben. Der Fund nun geht an die Substanz. Jemand hat einen Batzen, Stück einer Nase, gefunden, bestaunt ihn und weiß: Diese stoffliche Ballung entfacht den Zauber, Ursprung zu kosten. Ein Allrounder, war er doch schon immer Bestandteil. Unmittelbar inmitten würde er begeistern als greifbares Stück. Doch er passt nicht durch den Trichter, lässt sich nicht saugen. Ein Anpassen an die Sensorik bedeutet leider die Zerstörung. Werkzeuglosigkeit herrscht und der Finderling grübelt in seinem Heim, wie mit dem Fund verfahren werden soll …

Dieser Pokal soll an eine Person vergeben werden, die des Findens mächtig ist, zum Tagträumen verleiten kann und dadurch schlafende Geister weckt. Der gewisse Blick ist entscheidend.

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