2100 Rooftop / Predigt - Andreas Grahl

Rooftop / Predigt

Andreas Grahl

2100

Da die Essgewohnheiten in 80 Jahren wahrscheinlich völlig andere sind, möchte ich der Nachwelt ein Relikt aus einer düsteren Vergangenheit mitschicken. An den Inhaltsstoffen wird sich vielleicht erahnen lassen, wer wir waren und warum. Im Inneren dieses Objektes befindet sich eine Rede, die ich Anfang 2019 geschrieben und bis 2021 verfeinert habe. Diese Rede ist ein Nachwort für die Welt, aus der ich komme, und ein Vorwort für die Welt, die sein wird. Die Rede könnte bahnbrechende Erkenntnisse für die Nachwelt enthalten. Sie sollte am besten von einem Podest oder einer Kanzel aus gehalten werden. Doch sollte die Person, die sie vorträgt, selbst entscheiden, wie das Stück der Welt präsentiert wird. Zusätzlich befinden sich zwei Musikstücke in der Dokumentenhülse. Je ein Lied sollte vor und nach der Rede gespielt werden. Sollte der Redner oder die Rednerin nicht musikalisch sein, müssen Musiker*innen oder autodidaktische Menschen die musikalische Ausführung übernehmen. Dabei besteht völlige Interpretationsfreiheit. Die Musik kann zum Beispiel von einem Chor, einer Punkband, einem Volksmusikensemble, einer Opernsängerin oder was auch immer Ihnen einfällt, performt werden.

Falls Sie Empfang haben, können Sie gern hier einen Vorschlag zur Spielweise erhaschen:

https://trinknichtmitdemgaleristenmu2.bandcamp.com/track/look-at-the-sink.

Dieser Pokal geht an eine Person, die ängstlich ist, viele Sachen ein bisschen konnte und dann wieder verworfen hat und trotzdem einen großen Drang verspürt, auf der Bühne zu stehen. Sie sollte in der Lage sein, sich ein Glas Rote-Bete-Saft über den Kopf zu schütten. Falls Rote Bete nicht mehr existiert, genügt es zu wissen, welche Farbe sie hatte.

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